Die Buben im Pelz

(c) Pamela Russmann

Die Buben im Pelz

Jetzt ist dann aber Schluss mit der Neo-Gemütlichkeit. Christian Fuchs und David Pfister haben als Mitglieder der inzwischen aufgelösten Brachial-Wienerlied-Kapelle „Neigungsgruppe Sex, Gewalt & Gute Laune“ zwar die aktuelle österreichische Dialektpop-Welle maßgeblich mitinitiiert, jetzt gehen sie wieder einen Schritt weiter. Und gleichzeitig zurück. Und finden, dass das Wienerlied auch wie Velvet Underground mit Meidlinger “L” klingen kann. Oder im Sinne legendärer Ahnherren wie Helmut Qualtinger oder Gerhard Rühm wie ein Zyankalizuckerl schmecken muss, das im weißen Spritzer aufgelöst wird.

Aufgenommen im steirischen Studio des Produzenten Bernd Heinrauch (Neigungsgruppe, Bunny Lake), eingespielt mit einer großartigen Schar von Gastmusikern und FreundInnen (von Mitgliedern der Noiserockband The Striggles über die Chanteuse und Theremin-Künstlerin Dorit Chrysler hin zur jungen Avantpop-Diva Monsterheart und der Austropop-Ikone Boris Bukowski) gelingt Fuchs und Pfister auf ihrem gemeinsamen Debütalbum ein Rotzbubenstück sondergleichen.

Inklusive roher Gewalt und abgedrehten Sex’n’Drugs-Storys, aber auch rasiermesserscharfem Pop- & Trash-Appeal: Da wimmelt es in den Songs von Protagonisten in grindigen Pelzen und engem Leder, die sich die Sunglasses after dark auf die Schnapsnasen drücken. So scharf und modern nach Großstadt triefend hat Wien schon lange nicht mehr geklungen. So aufregend gefährlich, g’feanzt und finster auch nicht. Der Tod ist ein Wiener und er trägt jetzt Pelz.

Damit das Ganze auch auf der Bühne kracht und renntrenntrennt, sind bei den Buben im Pelz live der Multi-Instrumentalist Sir Tralala & Drummer Ralph Wakolbinger (Mord, Coucous, Aber das Leben lebt) mit von der Partie! Und by the way – wer einen „Todeshasen“ in seinen Texten rumgeistern lässt, hat so und so gewonnen. Auf ganzer “line”, Bursch’n.

„Die Buben im Pelz & Freundinnen“ erscheint auf dem Wiener Label Konkord im Mai 2015

Fotocredit: Pamela Russmann